Entstehung des Namens Bachtel

Viele erwandern den Hausberg des Zürcher Oberlandes, die wenigsten machen sich aber Gedanken woher der Name rührt. Sie geniessen die wunderbare Aussicht vom Gipfel und auch die Rundsicht vom Turm. Die meisten besuchen auch das Restaurant und verbringen auf der Terrasse oder im Restaurant einige Zeit der Musse bei Speis und Trank. Sie machen sich jedoch keine Gedanken wieso sie diese Annehmlichkeiten nutzen können.


Der Bachtel trägt seinen Namen erst etwa seit Mitte des 17. Jahrhunderts. In älteren Urkunden wird der Aussichtspunkt „Berg Orn“ oder noch häufiger „hoher Ornberg“ genannt. Der Name Orn ist abgeleitet von Ahorn und deutet darauf hin, dass früher im Oberland mehr Ahornbäume standen als heute. Auch der Name des Bachtels hat mit Holz zu tun. Die Waldkorporation Wernetshausen besitzt in der Mulde zwischen dem Auenberg – nördlich vom Bachtel – und dem heutigen Bachtel grosse Waldungen. Dort entspringt der Schaugenbach der später als Wildbach Hinwil durchfliesst Richtung Wetzikon, wo er vor dem Bau des Auffangbeckens bei der Kezo (Kehrichtverbrennungsanlage Zürcher Oberland) auch schon Verwüstungen anrichtete. Das ganze Gebiet zwischen dem Auenberg und dem „hohen Ornberg“ wurde in früherer Zeit einfach „Bachtal“ genannt. Mit der Zeit übertrug sich der Name Bachtal auch auf den angrenzenden Berg, der den Namen „Bachtalberg“ erhielt. Diese Bezeichnung ist auch auf der „Gygerkarte“ aus dem Jahre 1664 zu finden. Mit der Zeit entstand aus dem Namen „Bachtalberg“ der einfachere Name „Bachtel“, und so heisst er heute noch.

Der Bachtel als Ausflugsberg

Schon früh war der Bachtel das Ziel vieler Wanderer. Um 1850 wurde der Gipfel gerodet – mit den heutigen Gesetzen und Auflagen wäre das nicht mehr möglich – und eine „Trinkhütte“ erstellt, in der man sich an schönen Sonntagen erlaben konnte. Bewirtet wurden die Gäste meistens vom Männerchor Hinwil. Bereits 1856 erstellte man dann eine Wirtschaft und bald fanden verschiedene Feste auf dem herrlichen Aussichtspunkt statt, vor allem Preiskegeln, Sängerfeste und Schützenfeste. Schon damals soll sich zur Vergrösserung der Rundsicht neben dem Haus ein Aussichtspodium befunden haben. Diese konnte nur mit einer Leiter erreicht werden. Im Jahre 1873 erbaute ein einfallsreicher Wirt einen hölzernen Aussichtsturm, aber darüber mehr in einem separaten Kapitel.


In Laufe der Jahre entwickelte sich der Bachtel immer mehr zu einem Ausflugsberg. Viele Wanderwege führen aus allen Himmelsrichtungen auf den Hausberg des Zürcher Oberlandes. Sie beginnen an den Talorten Rüti, Hinwil, Wald und Gibswil. Wer eine kurze Wanderung unternehmen will fährt mit dem Auto zum Parkplatz in Orn oder Girenbad.


Auch im Winter hat der Berg seine Bedeutung. Schon früh entdeckten Skiläufer die Gegend. Die erste Skitour mit Fellen in der Schweiz unternahm 1891 ein Norweger – wohin? – von Hinwil auf den Bachtel. Alte Fotos zeigen, dass auch Skispringwettbewerbe am Hang vor dem Restaurant durchgeführt wurden. Auch heute hat der verschneite Bachtel nichts von seiner Aktivität eingebüsst. Skiwanderer, Schlittler, Tourengeher und Schneeschuhläufer aber auch Winterwanderer wählen den Gipfel als Ziel.